Ergebnisse der Studienberechtigtenbefragungen

Die Daten jeder einzelnen Befragung werden von uns ausgewertet und auf verschiedene Weise veröffentlicht. Die Ergebnisse finden sich in den Publikationsformaten des DZHW, in Vorträgen, Zeitschriftenartikeln oder Monographien.

Ausgewählte Ergebnisse aus den Befragungen

Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl

Ein halbes Jahr vor Schulabschluss sahen sich einige Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs 2015 bezüglich der Wahl ihres nachschulischen Werdegangs mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Sie gaben vor allem die schwer überschaubare Zahl der Möglichkeiten (43 %), Zugangsbeschränkungen im angestrebten Studienfach (42 %) sowie die Unklarheit über die eigenen Interessen (38 %) als Problem an.
Erheblich seltener - aber dennoch von ca. jeder bzw. jedem vierten Befragten - wurde die Schwierigkeit genannt, hilfreiche Informationen einzuholen (22 %) oder ein Studium bzw. eine Ausbildung finanzieren zu können (24 %).

(aus dem Panel 2015)

Berufsausbildung als Alternative zum Studium

Berufsausbildung als Alternative zum Studium

Mit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung öffnen sich für die Schulabsolvent(inn)en die Türen der Hochschulen. Es entscheiden sich jedoch 24 Prozent der Studienberechtigten für eine Berufsausbildung als attraktive Alternative zum Hochschulstudium. Von den Studienberechtigten des Jahres 2012 haben ein halbes Jahr nach Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung 19 Prozent eine Berufsausbildung aufgenommen; weitere fünf Prozent planen die Aufnahme einer Ausbildung fest für ihre Zukunft.

Die Brutto-Berufsausbildungsquote fällt mit 24 Prozent ähnlich hoch aus wie bei den zuvor befragten Kohorten (2010: 23 %, 2008: 25 %). Bei Betrachtung der verschiedenen Arten der Berufsausbildung entfällt der größte Anteil dabei auf die betriebliche Ausbildung im Dualen System (15 %). Eine schulische Ausbildung haben sechs Prozent der Befragten aufgenommen oder planen dies sicher für ihre Zukunft. Zwei Prozent der Befragten wählen eine Beamtenausbildung; ein Prozent entscheidet sich für eine Ausbildung an einer Berufsakademie.

(aus dem Panel 2012)

Pause nach der Hochschulreife

Pause nach der Hochschulreife

Befragte, die ein halbes Jahr nach dem Erwerb ihrer Hochschulreife noch nicht in ein Studium, eine Berufsausbildung oder eine Berufstätigkeit übergegangen sind, geben als Grund für die zeitliche Verzögerung am häufigsten an, nach der Schule erst einmal eine Pause einlegen zu wollen (45 %). Zudem ist sich ein Großteil noch unschlüssig über den eigenen weiteren Werdegang (38 %).

Die Freiwilligendienste nehmen den größten Anteil (35 %) an Übergangstätigkeiten ein: 23 Prozent der Studienberechtigten absolvieren ein Freiwilliges Soziales bzw. Ökologisches Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst (11 %) oder den freiwilligen Wehrdienst (1 %). Auch Jobben (22 %), Auslandsaufenthalte (16 %) sowie Praktika (10 %) sind häufige Übergangstätigkeiten.

(aus dem Panel 2015)

Das Bildungsniveau der Eltern spielt eine wichtige Rolle

Das Bildungsniveau der Eltern spielt eine wichtige Rolle

Schulabsolvent(inn)en, die aus einem akademischen Elternhaus stammen, erwägen eher einen Studienabschluss als Schülerinnen und Schüler, deren Eltern keine Akademiker sind. 70 Prozent der Befragten, die mindestens ein Elternteil mit akademischem Hintergrund haben, möchten ausschließlich ein Studium absolvieren. Weitere 10 Prozent wollen sowohl ein Studium als auch eine Berufsausbildung abschließen. Eine Berufsausbildung streben 18 Prozent an.

Schulabsolvent(inn)en ohne einen akademischen Bildungshintergrund entscheiden sich hingegen erheblich seltener für einen Studienabschluss. Nur etwa jede(r) Zweite (51 %) will ausschließlich ein Studium absolvieren. Stattdessen studieren sie häufiger erst nach einer vorher abgeschlossenen Berufsausbildung (15 %) oder erlangen ausschließlich einen Ausbildungsabschluss (32 %).

(aus dem Panel 2012)

Die beliebtesten Studienrichtungen

Die beliebtesten Studienrichtungen

Die beliebtesten Studienrichtungen der Studienberechtigten des Jahres 2012 sind Wirtschaftswissenschaften (14 %), Maschinenbau (9 %) und Lehramtsstudiengänge (8 %). An der Rangfolge der Studienfachwahl hat sich in den letzten zehn Jahren kaum etwas verändert. Es kann jedoch ein leicht zunehmendes Interesse an Wirtschaftswissenschaften festgestellt werden.

Während Frauen häufiger Lehramtsstudiengänge (10 % vs. 5 % der Männer), Medizin (7 vs. 3 %) oder Kultur- und Sprachwissenschaften (6 vs. 3 %) studieren, entscheiden sich Männer deutlich häufiger für technische oder naturwissenschaftliche Studiengänge: Maschinenbau (16 % vs. 3 % der Frauen), Mathematik/Informatik (9 vs. 3 %) und Elektrotechnik (5 vs. 0 %). Auch Wirtschaftswissenschaften werden von den Männern etwas häufiger angestrebt als von Frauen (16 vs. 12 %).

(aus dem Panel 2012)

Korrektur der Fachrichtung?

Korrektur der Fachrichtung?

Sowohl bezogen auf den ursprünglichen Studienwunsch als auch im anschließenden Studienverlauf kommt es zu Korrekturen der Fachrichtungswahl. Veränderungen nach Studienbeginn sind allerdings seltener. Elf Prozent der Studienberechtigten, die ein Studium begonnen haben, wechselten ihre Fachrichtung in den folgenden Semestern mindestens einmal. Fachrichtungen, die eine überdurchschnittliche Abwanderungsquote aufweisen, sind Mathematik/Informatik (16 %), Rechtswissenschaften (17 %) und Physik/Geowissenschaften (19 %).

Dagegen ist der Verbleib in den Fachrichtungen Medizin und Agrar-, Ernährungs-, Forstwissenschaften besonders hoch (97 %). Wenn ein Fachwechsel erst nach der Studienaufnahme vollzogen wird (11 %), so geschieht dies häufig zu einem frühen Zeitpunkt. 22 Prozent der Fachrichtungswechsler(innen) nehmen die Änderung bis zum Ende des ersten Hochschulsemesters vor und 32 Prozent innerhalb des zweiten Hochschulsemesters.

(aus dem Panel 2010)

MinR’in Dr. Eveline Edle von Gäßler

MinR’in Dr. Eveline Edle von Gäßler

Leiterin des Referats Statistik, Internationale Vergleichsanalysen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

»Das DZHW-Studienberechtigtenpanel ist eine wissenschaftliche Studie mit langer Tradition und stellt eine wichtige Planungs- und Steuerungsgrundlage für die Bildungspolitik dar. Die Befragung bietet nicht nur die Möglichkeit, gesicherte Erkenntnisse zu aktuellen Entwicklungen im Bildungssystem zu erheben, sondern kann diese zumeist auch in einen längeren Zeitvergleich einordnen.«
Prof. Dr. Martin Neugebauer

Prof. Dr. Martin Neugebauer

Juniorprofessor für Empirische Bildungs- und Hochschulforschung, Freie Universität Berlin

»Wer entscheidet sich für welchen nachschulischen Werdegang - und warum? Wie sehen die weiteren Karrierepfade aus? Wie haben sich Bildungsungleichheiten am Übergang in die Hochschule in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Zur Beantwortung dieser und ähnlich wichtiger Fragen sind die Daten des DZHW-Studienberechtigtenpanels seit vielen Jahren unerlässlich.«
Prof. Dr. Steffen Schindler

Prof. Dr. Steffen Schindler

Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildung und Arbeit im Lebensverlauf, Universität Bamberg

»Das DZHW-Studienberechtigtenpanel ist eine einzigartige Studie, die uns hilft zu verstehen, wie Karrierewege nach dem Erwerb der Hochschulreife verlaufen und mit welchen Problematiken verschiedene Generationen von Studienberechtigten konfrontiert sind. Sie bildet eine wichtige Grundlage für die empirische Bildungsforschung und für eine evidenzbasierte Bildungspolitik.«
»Die Befragung der Studienberechtigten bietet eine einzigartige Datenquelle für unsere Scientific Use Files und Campus Use Files. In ihnen werden Lebensläufe und Bildungsentscheidungen von der Weltenbummlerin bis zur Professorin nachvollziehbar.«
Beate Kraemer

Beate Kraemer

Schulleiterin der BBS Wirtschaft in Koblenz

»Uns als Schule ist es wichtig, unsere Schülerinnen und Schüler auch im Hinblick auf ihre anstehenden beruflichen Entscheidungen bestmöglich vorzubereiten. Die BBS Wirtschaft Koblenz unterstützt das DZHW-Studienberechtigtenpanel, weil es verlässliche und bundesweit vergleichbare Informationen darüber liefert, was junge Menschen auf ihrem Weg in Studium und Beruf bewegt und welche Pläne sie verfolgen.«

Unsere Ergebnisse in der Presse

  • 07.03.2019 Süddeutsche Zeitung

    Alle Wege offen

    Nach der Schule beginnt eine spannende Zeit. Soll man erst mal reisen, eine Ausbildung machen oder gleich studieren? Drei Abiturienten berichten von ihrer Wahl.

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  • 14.08.2018 Tagesspiegel

    Dual Studierende bringen gute Noten mit

    Duale Studiengänge werden immer beliebter, haben aber auch besondere Anforderungen und Charakteristika: Dies spricht vor allem Studienberechtigte mit überdurchschnittlichen Schulleistungen, einem Hang zu praktischen Tätigkeiten und dem Wunsch nach baldiger finanzieller Sicherheit an.

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  • 22.02.2018 RP Online

    Friesen-Philologie und Space Master

    Das Studienangebot in Deutschland wird immer vielfältiger und spezialisierter. Für Studienberechtigte heißt diese größere Wahlfreiheit aber auch: sie müssen sich möglichst früh über die eigenen Interessen und Fertigkeiten klarwerden, um das passende Angebot zu finden.

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  • 06.11.2017 Stuttgarter Zeitung

    Turbo-Abiturienten machen erst mal Pause

    „Das Jahr hole ich mir zurück!“ Statt nach dem Abitur direkt eine Lehre oder ein Studium zu beginnen, absolvierten gut ein Drittel der G8-Abiturienten des Jahrgangs 2012 ein halbes Jahr nach Schulabschluss zunächst eine Übergangstätigkeit, wie zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt oder ein freiwilliges Jahr.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie viele Befragungen wird es für meinen Jahrgang geben?

In der Regel befragen wir jeden Jahrgang mindestens dreimal. Ab dem Jahrgang 2015 sind jeweils mindestens fünf Befragungen geplant.

Wen kann ich bei Fragen zum Projekt und zu meiner Teilnahme kontaktieren?

Wählen Sie im Menüpunkt "Befragter Jahrgang" Ihren Abschlussjahrgang aus. Dort finden Sie die verantwortlichen Projektmitarbeiter(innen).

Wann kann ich mit der schulspezifischen Auswertung rechnen?

Die erste Befragung eines jeden Abschlussjahrgangs findet schriftlich postalisch an bundesweit ca. 1.000 Schulzweigen statt. Dies erfordert einen großen logistischen Aufwand, nicht nur beim Versand der Fragebogen, sondern auch bei der Aufbereitung der Daten (Codierung offener Antworten, Datenplausibilierung und -erfassung). Der Datensatz wird ca. ein Jahr nach der Befragung fertig gestellt. Anschließend können die schulspezifischen Auswertungen beginnen, die etwa 15 bis 18 Monate nach der Befragung erstellt sind.

Wie erhalte ich als Wissenschaftler(in) Zugang zu den Datensätzen?

Das Studienberechtigtenpanel stellt die Befragungsdaten in Form anonymisierter Scientific Use Files für wissenschaftliche Forschungszwecke im Forschungsdatenzentrum (FDZ) des DZHW zur Verfügung. Die Zugangsbedingungen finden Sie auf den Seiten des FDZ.

Kann man die Ergebnisse der Befragung einsehen?

Die Ergebnisse finden sich in den Publikationsformaten des DZHW, in Vorträgen, Zeitschriftenartikeln oder Monographien. Ausgewählte Ergebnisse aus den Befragungen finden Sie unter Ergebnisse.

Kontaktformular

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